Zitronengelb von Stefanie Brunswick

Rezension Zitronengelb

Gleich vorne weg:

Mit Zitronengelb hat Stefanie Brunswick ein grandioses Debüt verfasst. Ich bin so froh, dass sie sich eines schönen Märztages hingesetzt und begonnen hat, die Geschichte aufzuschreiben, die ihr bis dato so lange im Kopf herum spukte. Sie ist einfach wundervoll!

Warum?

Die herzergreifende Geschichte über die grenzen- und zeitlose Liebe von Lena und Jamie hat mich sehr berührt und mit einer tiefen Sehnsucht nach der Ferne, nach Abenteuer und vor allem der Verwirklichung meiner eigenen Träume zurückgelassen.

Aber worum geht’s überhaupt?

Der Klappentext verspricht, was sich zwischen den Seiten des Buches wahrlich entfaltet: Eine Geschichte über die große Liebe.

„So hattest du das nicht geplant.“

„Stimmt. Aber Pläne sind Pläne und das Leben ist das Leben. Es passiert, egal wie viele Pläne man macht.“

Während ihrer Reise durchs ferne Australien lernt Lena den charismatischen Iren Jamie kennen. Eine zarte Romanze beginnt. Zusammen teilen sie aufregende Erlebnisse und reisen zu den schönsten Orten. Bald ist klar: Es ist die große Liebe. Sie träumen denselben Traum, doch ihre Pläne für die Zukunft könnten verschiedener nicht sein. Lena will zurück nach Deutschland, um ihr Studium zu beginnen. Jamie möchte in Australien sesshaft werden. Die Umstände, Missverständnisse und Schicksalsschläge reißen sie auseinander. Auch lange Zeit später ist die eine Frage immer noch allgegenwärtig: Was wäre, wenn …

Wie weit würdest Du gehen, um verlorenen Träumen nachzujagen?

Blau und salzig. Rot und staubig. Heiß und tropisch.

Tauche ein, in eine Geschichte von der großen Liebe, verlorenen Träumen und dem atemberaubenden roten Kontinent selbst: Australien

Der Schreibstil

Der locker-flüssige Schreibstil hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Kein Wunder also, dass ich die knapp 600 Seiten an nur einem gemütlichen Wochenende verschlungen habe, und von meiner Gedankenreise nach Australien gar nicht mehr zurückkehren wollte. Stefanie Brunswick hat selbst in dem Land am Ende der Welt gelebt, das merkt man ganz deutlich. So ist es dank ihrer bildhaften Beschreibungen ein Leichtes, sich dorthin zu träumen, das Salz des Meeres förmlich auf den Lippen zu schmecken und die Hitze der Sonne auf der Haut zu spüren.

Auch die Erzählweise hat mich überzeugt, denn sie verpasst dem Buch noch einen ganz speziellen Kniff: Den ersten Teil ihrer emotionalen Geschichte erzählt die Autorin aus der Ich-Perspektive der weiblichen Hauptfigur Lena, dann aber wechselt sie in die Sicht des männlichen Protagonisten Jamie. So werden beide Figuren auf ihre Weise lebendig, der Leser lernt sie vollständig kennen und kann ihre Handlungen nachvollziehen. Ein besonderes Highlight war für mich, dass sich manche (Gesprächs-)Szenen komplett wiederholt haben. Während ich zuerst Lenas Gedanken lesen durfte, habe ich später erfahren, was Jamie in haargenau derselben Situation dachte. Absoluter Balsam für meine romantische Seele!

Die Charaktere

Sämtliche Charaktere sind glaubhaft und authentisch gezeichnet, mit Ecken und Kanten, aufgrund derer sie sich – wie das auch im wahren Leben so ist – manchmal selbst im Weg stehen, doch dadurch natürlich die Geschichte zum Laufen bringen.

Anfangs liegt das Hauptaugenmerk auf Lena, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, und zu zweifeln beginnt, ob all das, was ihr wichtig und richtig erscheint, es auch wirklich ist. Sie erinnert sich zurück an die Zeit, als sie dachte, ihr Leben würde anders verlaufen. An ihre Zeit in Australien. Ihre Zeit mit Jamie. Und sie fasst einen Entschluss.

Auch Jamie hat viel durchgemacht im Laufe seines Lebens, musste viele Schicksalsschläge verkraften, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist. Nur eines hat sich über die Jahre nie geändert … Doch ich will nicht spoilern …

Der Gefühlsfaktor

Kein bisschen kitschig, sondern einfühlsam und liebevoll beschreibt Stefanie Brunswick die tiefen Gefühle zwischen Lena und Jamie, diesem tollen, tollen Mann. Ganz sicher bin ich nicht die Einzige, die sich während des Lesens ein kleines bisschen in ihn verliebt hat. Und die vor lauter Mitfiebern und Mitfühlen ein, zwei Tränchen verdrücken musste.

Mein Fazit

Stefanie Brunswick sagt selbst, dass in ihrem Liebesroman ein kleiner Reiseführer versteckt liegt – und das stimmt tatsächlich. Schon beim Lesen hätte ich am liebsten meine Koffer gepackt und wäre zu gern ins nächstbeste Flugzeug gestiegen. Einfach los, ab nach Sydney. Als ich dann die letzte Buchseite zugeschlagen und die letzte Träne getrocknet hatte, vergrößerte sich die Sehnsucht in mir noch mehr. Sie breitete sich bittersüß aus, und hallte noch Tage später nach. Erst ließ sie mich ein wenig traurig zurück, weil ich mir wünschte, selbst noch einmal (so) jung zu sein, einfach losziehen zu können, ohne jegliche Verantwortung und Verpflichtung. Doch während ich noch vor mich hin seufzte, wurde mir plötzlich bewusst, dass mein Traum nicht am anderen Ende der Welt wartet, sondern hier. Und ich bin noch lange nicht zu alt, ihn zu verwirklichen. Ich kann es einfach tun, so wie Lena.

Ich lege Zitronengelb wirklich jedem ans Herz, der gerne von der Liebe liest! Taucht ab in die wundervolle Geschichte um Lena und Jamie, bangt um ihre Liebe und reist mit ihnen durch das atemberaubende Australien.

Stefanie Brunswick: Zitronengelb – Liebe am Ende der Welt / Verlag: BoD /
Erscheinungsdatum: 26. Dezember 2019 / Seiten: 592 / Genre: Liebesroman /
Sprache: Deutsch / E-Book: 4,95€ / Taschenbuch: 15,99€ / ISBN: 978-3750423893

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